Zum 1. Januar 2013 wurde das PNG (Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz) verabschiedet, welches einige Änderungen im Bereich des Pflegegeldes mit sich brachte. Nachfolgend möchten wir Sie hierüber informieren.

Zunächst einmal wurden die neuen pflegegrade eingeführt, die die alten Pflegestufen folgendermaßen ersetzen:

Pflegegrad (neu)

Pflegestufe (alt)

Pflegegrad 1

Neu seit Januar 2017

Pflegegrad 2

Pflegestufe 0 und Pflegestufe 1

Pflegegrad 3

Pflegestufe 1 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 2

Pflegegrad 4

Pflegestufe 2 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 3

Pflegegrad 5

Pflegestufe 3 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 3 mit Härtefall

 
 

Stufenweise Erhöhung des Pflegegeldes von 2014 bis 2017


Gem. § 37 SGB XI erfolgte eine stufenweise Anpassung des Pflegegeldes, und zwar folgendermaßen:

Pflegestufe

Pflegegeld für das Jahr 2014

Pflegegeld für das Jahr 2015 und 2016

Pflegegeld ab 2017

Pflegestufe 0 mit Demenz

120 Euro

123 Euro

316 Euro

Pflegestufe 1

235 Euro

244 Euro

316 Euro

Pflegestufe 1 mit Demenz

305 Euro

316 Euro

545 Euro

Pflegestufe 2

440 Euro

458 Euro

545 Euro

Pflegestufe 2 mit Demenz

525 Euro

545 Euro

728 Euro

Pflegestufe 3

700 Euro

728 Euro

728 Euro

Pflegestufe 3 mit Demenz

 

728 Euro

901 Euro

Härtefall

 

728 Euro

901 Euro

 
 

Die Höhe der Pflegesachleistungen


Wie sich die Höhe der Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI in den letzten Jahren entwickelte, entnehmen Sie der folgenden Tabelle:

Pflegestufe

Pflegesachleistung für das Jahr 2014

Pflegesachleistung für das Jahr 2015 und 2016

Pflegesachleistung ab 2017

Pflegestufe 0 mit Demenz

225 Euro

231 Euro

689 Euro

Pflegestufe 1

450 Euro

468 Euro

689 Euro

Pflegestufe 1 mit Demenz

665 Euro

689 Euro

1298 Euro

Pflegestufe 2

1100 Euro

1144 Euro

1298 Euro

Pflegestufe 2 mit Demenz

1250 Euro

1298 Euro

1612 Euro

Pflegestufe 3

1550 Euro

1612 Euro

1612 Euro

Pflegestufe 3 mit Demenz

1550 Euro

1612 Euro

1995 Euro

Härtefall

1918 Euro

1995 Euro

1995 Euro

Härtefall mit Demenz

1918 Euro

1995 Euro

1995 Euro

Auch die Beratungssätze bei Stufe 1 und 2 wurden von 21 Euro um einen Euro auf insgesamt 22 Euro angehoben. Die Pauschale stieg in Pflegestufe 3 ebenfalls um einen Euro auf insgesamt 32 Euro an.

Pflegebedürftige können weiterhin zusätzliche Leistungen nach § 38a SGB XI beziehen. Hierbei handelt es sich um Leistungen, die den Pflegebedürftigen zustehen, die in ambulant betreuten Wohngruppen leben. Es erfolgte diesbezüglich eine Erhöhung um 5 Euro auf insgesamt 205 Euro.

 

Worum handelt es sich beim Pflegegeld?

Wenn ein Pflegebedürftiger von einem Angehörigen und nicht von einem Pflegedienst zuhause gepflegt wird, steht ihm das Pflegegeld zu. Dies ist auch der Fall, wenn die Pflege durch einen ehrenamtlichen Pfleger übernommen wird. Was der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld macht, ist seine Entscheidung. Jedoch sollte es genutzt werden, um dem Pflegenden eine Anerkennung für die Arbeit zukommen zu lassen. Da es sich beim Pflegegeld nicht um Einkommen handelt, ist eine Versteuerung nicht notwendig.

Worum handelt es sich bei Pflegesachleistungen?

Wird der Pflegebedürftige durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt, erhält er hierfür die Pflegesachleistungen.

Es ist möglich, dass Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert werden, wobei man von den sogenannten Kombinationsleistungen spricht. Diese werden beispielsweise gezahlt, wenn ein Teil der Pflege durch einen Angehörigen und ein anderer Teil durch einen Pflegedienst geleistet wird. Die Anteile setzen sich entsprechend der Vorschriften der einzelnen Pflegestufen zusammen.

Gem. § 45b SGB XI können zusätzliche Betreuungsleistungen beantragt werden.

 

Die Erhöhung des Pflegegeldes nach § 37 SGB XI bis 2018


Das Pflegegeld (für pflegende Angehörige) nach § 37 SGB XI hat sich in den letzten Jahren verändert und wird auch bis 2018 angepasst, und zwar folgendermaßen:

Pflegestufe

Pflegegeld für das Jahr 2016

Pflegegeld für das Jahr 2017

Pflegegeld für das Jahr 2018

neu

 

Anspruch auf einen Beratungsbesuch einmal im halben Jahr

Anspruch auf einen Beratungsbesuch einmal im halben Jahr

Pflegestufe 1

244 Euro

316 Euro

316 Euro

Pflegestufe 2

458 Euro

545 Euro

545 Euro

Pflegestufe 3

728 Euro

728 Euro

728 Euro

Härtefall

 

901 Euro

901 Euro

Pflegestufe 0 mit Demenz

123 Euro

316 Euro

316 Euro

Pflegestufe 1 mit Demenz

316 Euro

545 Euro

545 Euro

Pflegestufe 2 mit Demenz

545 Euro

728 Euro

728 Euro

Pflegestufe 3 mit Demenz

728 Euro

901 Euro

901 Euro

Härtefall

728 Euro

901 Euro

901 Euro

 
 

Erhöhung der Pflegesachleistungen für den Pflegedienst nach § 36 SGB XI


Die Pflegesachleistungen für die Inanspruchnahme des Pflegedienstes verändern sich folgendermaßen:

Pflegestufe

    Pflegesachleistungen für das Jahr 2016    

    Pflegesachleistungen für das Jahr 2017    

    Pflegesachleistungen für das Jahr 2018    

neu

 

125 Euro

125 Euro

Pflegestufe 1

468 Euro

689 Euro

689 Euro

Pflegestufe 2

1144 Euro

1298 Euro

1298 Euro

Pflegestufe 3

1612 Euro

1612 Euro

1612 Euro

Härtefall

1995 Euro

1995 Euro

1995 Euro

Pflegestufe 0 mit Demenz

231 Euro

689 Euro

689 Euro

Pflegestufe 1 mit Demenz

689 Euro

1298 Euro

1298 Euro

Pflegestufe 2 mit Demenz

1298 Euro

1612 Euro

1612 Euro

Pflegestufe 3 mit Demenz

1612 Euro

1995 Euro

1995 Euro

Härtefall

1995 Euro

1995 Euro

1995 Euro

 
 

Die Unterschiede im Bereich der Tages- und Nachtpflege:


Bei der Tages- und Nachtpflege handelt es sich um eine Betreuung in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung, die jedoch nur teilweise erfolgt. Sie ist geregelt in § 36, § 38, § 41 und § 45 SGB XI. In diesem Zusammenhang werden durch die Pflegekasse folgende Leistungen erbracht:

  • Kosten für die Pflege
  • Kosten für die soziale Betreuung
  • Kosten, die für die medizinische Behandlungspflege entstehen
  • Kosten für das Abholen und Heimbringen des Pflegebedürftigen

Lediglich die Kosten für Speisen und Getränke müssen vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden.

Die Kosten für die Tages- und Nachtpflege haben sich folgendermaßen verändert:

Pflegestufe

Tages- und Nachtpflege für das Jahr 2016

Tages- und Nachtpflege für das Jahr 2017

Tages- und Nachtpflege für das Jahr 2018

Pflegestufe 0

231 Euro

689 Euro

689 Euro

Pflegestufe 1

689 Euro

1298 Euro

1298 Euro

Pflegestufe 2

1298 Euro

1612 Euro

1612 Euro

Pflegestufe 3

1612 Euro

1995 Euro

1995 Euro

Diesbezüglich gibt es keinen Unterschied, ob es sich um eine Pflegebedürftigkeit mit oder ohne Demenz handelt.

Die Leistungen für die stationäre Pflege haben sich folgendermaßen geändert (Die stationäre Pflege ist in § 43 SGB XI geregelt):

Pflegestufe

Stationäre Pflege für das Jahr 2016

Stationäre Pflege für das Jahr 2017

Stationäre Pflege für das Jahr 2018

Pflegestufe 1

1064 Euro

770 Euro

770 Euro

Pflegestufe 2

1330 Euro

1262 Euro

1262 Euro

Pflegestufe 3

1612 Euro

1775 Euro

1775 Euro

Härtefall

1995 Euro

2005 Euro

2005 Euro

Pflegestufe 0 mit Demenz

 

770 Euro

770 Euro

Pflegestufe 1 mit Demenz

1064 Euro

1262 Euro

1262 Euro

Pflegestufe 2 mit Demenz

1330 Euro

1775 Euro

1775 Euro

Pflegestufe 3 mit Demenz

1995 Euro

2005 Euro

2005 Euro

Härtefall

1995 Euro

2005 Euro

2005 Euro

 

Worum handelt es sich bei der Barleistung im Pflegegeld?


Das Pflegegeld wird häufig in Form einer Barleistung ausgezahlt. Nachfolgend möchten wir Ihnen erklären, worum es sich hierbei handelt:

Der Pflegebedürftige kann das Pflegegeld beantragen anstatt der Pflegesachleistungen. Wenn der Pflegebedürftige dieses Geld erhält, muss er sicherstellen, dass seine Pflege zuhause in vollem Umfang selbstständig erfolgt, und zwar sowohl die Grundpflege als auch die hauswirtschaftliche Versorgung. In der Regel wird die Pflege in einem solchen Fall durch einen Angehörigen durchgeführt.

Um sicherzustellen, dass der Pflegebedürftige das Pflegegeld auch wirklich für die Pflege einsetzt, muss hierüber regelmäßig ein Nachweis erbracht werden. Zudem finden ab und zu Überprüfungen beim Pflegebedürftigen zuhause statt. Die Überprüfung kann durch eine Pflegestation durchgeführt werden. Sollte diese feststellen, dass es eventuell Missstände gibt, kann er die pflegende Person diesbezüglich informieren und Verbesserungsvorschläge anbieten. Nach Zustimmung des Pflegebedürftigen kann auch eine Information an die Pflegekasse erfolgen.

Einmal pro Halbjahr ist eine Beratung erforderlich, wenn der zu Pflegende in die Pflegestufen 1 oder 2 eingeteilt wurde. Bei Pflegestufe 3 muss die Beratung vierteljährlich in Anspruch genommen werden. Diesbezüglich können Sie separate Leistungen von der Pflegekasse beantragen. Die Regelungen über die Beratung entfallen, wenn ein Pflegedienst tätig wird, denn in diesem Fall wird ohnehin eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistung gestattet.

Grundsätzlich wird das Pflegegeld lediglich bei einer ambulanten Pflege gezahlt. Sofern der Pflegebedürftige in einem Mitgliedstaat der EU lebt, kann er auch dort das Pflegegeld beantragen. Dies gilt auch, wenn er sich in einem Vertragsstaat des Abkommens zum Europäischen Wirtschaftsraum befindet oder in der Schweiz lebt. Sofern der Pflegebedürftige sich in einem anderen Land aufhält, welches nicht unter diese Regelungen fällt, wird das Pflegegeld für maximal 6 Wochen ebenso bezahlt.

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