Kurz erklärt

Warum Stürze im Alter so gefährlich sind

Ein Sturz ist mit 80 nicht dasselbe wie mit 40. Die Knochen sind poröser, die Reaktion langsamer, die Erholung länger. Etwa jeder fünfte Sturz führt zu einer Verletzung, die behandelt werden muss; der Oberschenkelhalsbruch ist die gefürchtetste — ein Viertel der Betroffenen kehrt nicht mehr in die alte Selbstständigkeit zurück. Hinzu kommt die Angst vor dem nächsten Sturz, die zu Bewegungsvermeidung, Muskelabbau und damit zu noch mehr Stürzen führt.

Sturzprophylaxe heißt deshalb nicht „vorsichtiger sein“, sondern Risiken systematisch abbauen: im Körper, in der Wohnung, im Tagesablauf.

Die Risikofaktoren — und was Sie dagegen tun können

RisikoWoran Sie es erkennenMaßnahme
Muskelschwäche, GleichgewichtAufstehen vom Stuhl nur mit Händen, unsicherer Gang, Festhalten an MöbelnKraft- und Gleichgewichtstraining, Physiotherapie mit Sturzprophylaxe-Programm, täglich gehen
Medikamentemehr als vier Präparate, Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Blutdrucksenker, Schwindel nach der EinnahmeMedikationscheck beim Hausarzt oder Apotheker („Medikationsanalyse“), Einnahmezeiten anpassen
Sehenalte Brille, Gleitsichtbrille auf der Treppe, Blendung, grauer Starjährlich Augenarzt, Einstärkenbrille für draußen/Treppe, Katarakt-OP nicht aufschieben
Wohnunglose Teppiche, Kabel, Schwellen, dunkle Flure, kein Haltegriff im Badsiehe Checkliste unten; Zuschuss der Pflegekasse bis 4.180 €
Nächtliche Toilettengängemehrmals pro Nacht auf, im Dunkeln, ohne BrilleNachtlicht mit Bewegungsmelder, Toilettenstuhl am Bett, Trinkmenge abends anpassen, Anwesenheit
Schuhe und KleidungPantoffeln ohne Fersenhalt, lange Nachthemden, Strümpfe auf glattem Bodengeschlossene Hausschuhe mit Gummisohle, Stoppersocken
ErkrankungenParkinson, Demenz, Schwindel, Herzrhythmus, Diabetes mit Nervenschädenärztlich einstellen; bei Demenz feste Tagesstruktur und Begleitung

Checkliste: die Wohnung sturzsicher machen

Bad und Schlafzimmer

  • Haltegriffe an Dusche, Wanne, WC; Duschhocker; rutschfeste Matten
  • Bodengleiche Dusche statt Wanne — Zuschuss möglich
  • Toilettensitzerhöhung; Toilettenstuhl neben dem Bett für die Nacht
  • Bett auf Kniehöhe, fester Rand zum Aufstützen, Nachtlicht mit Bewegungsmelder
  • Telefon oder Notruf in Reichweite des Bettes

Flur, Treppe, Wohnzimmer

  • Teppiche entfernen oder mit Antirutschband fixieren; Kabel weg
  • Türschwellen abbauen oder mit Rampen ausgleichen
  • Handläufe beidseitig, Stufenkanten markieren, Treppe hell beleuchtet
  • Bei Unsicherheit auf der Treppe: Treppenlift (Zuschuss bis 4.180 €)
  • Sessel mit Armlehnen und fester Sitzhöhe statt tiefem Sofa

Übungen, die nachweislich wirken

Zwei- bis dreimal pro Woche 20 Minuten reichen, um das Sturzrisiko um 20 bis 30 Prozent zu senken. Wichtig ist Regelmäßigkeit — und dass jemand mitmacht oder erinnert.

1

Aufstehen ohne Hände

Vom Stuhl aufstehen und langsam hinsetzen, Arme verschränkt. 5–10 Wiederholungen, zwei Sätze. Trainiert die Oberschenkel — die wichtigsten Sturzverhinderer.

2

Einbeinstand

Am Tisch festhalten, ein Bein anheben, 10–20 Sekunden halten, wechseln. Mit der Zeit nur noch mit einem Finger festhalten.

3

Fersen-Zehen-Gang

Wie auf einer Linie gehen, Ferse an Zehenspitze. 10 Schritte vor, 10 zurück, entlang der Wand oder mit Begleitung.

Physiotherapie mit Sturzprophylaxe-Programm verordnet der Hausarzt; viele Krankenkassen bezuschussen außerdem Kurse wie „Fit für 100“ oder Tai-Chi für Senioren.

Das wirksamste Mittel: Jemand ist da

Hilfsmittel und Umbauten senken das Risiko. Aber die meisten schweren Stürze passieren nachts, allein, auf dem Weg zur Toilette — und der Notrufknopf liegt auf dem Nachttisch. Eine Betreuungskraft, die im Haus wohnt, ändert genau das: Sie begleitet, stützt, schaltet das Licht ein, bemerkt Schwindel und Schwäche, bevor es kracht, und übt die Aufgaben mit.

Wenn Ihr Angehöriger schon gestürzt ist oder Sie nachts nicht mehr ruhig schlafen: Die 24-Stunden-Betreuung kostet bei Diadema 3.015 €/Monat als Beispielpreis, nach Kassenleistungen je nach Pflegegrad 1.605–2.248 € Eigenanteil — oft weniger als die Folgen eines einzigen Oberschenkelhalsbruchs. Nach einem Sturz mit Klinikaufenthalt organisieren wir die Betreuung binnen 72 Stunden: Pflege nach Krankenhausaufenthalt.

Über uns

Ein Familienbetrieb
aus Osnabrück.
Seit 2009.

Wir sind ein kleines, inhabergeführtes Team. Kein Franchise, kein Callcenter — bei jedem Anruf hebt jemand ab, der Sie kennt.

Seit 2009 · über 4.000 Vermittlungen

Zuhause bleiben.
Liebevoll begleitet.

Wir vermitteln seit über 17 Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause — legal, verlässlich und mit persönlicher Begleitung durch unser ganzes Team.

André Hehemann, Geschäftsführer

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Katarzyna Pawelczyk, Kundenbetreuung

Katarzyna Pawelczyk

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FAQ

Häufige Fragen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Stürze im Alter?

Muskelschwäche und Gleichgewichtsprobleme, Medikamente (Schlaf-, Beruhigungs-, Blutdruckmittel – vor allem mehr als vier gleichzeitig), schlechtes Sehen, Stolperfallen in der Wohnung, nächtliche Toilettengänge und Erkrankungen wie Parkinson, Demenz oder Schwindel. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen.

Zahlt die Pflegekasse Maßnahmen zur Sturzprophylaxe?

Ja. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie Haltegriffe, bodengleiche Dusche, Türschwellen entfernen oder Treppenlift zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 € je Maßnahme (§ 40 SGB XI). Pflegehilfsmittel wie Rollator oder Toilettensitzerhöhung laufen über die Krankenkasse per Rezept.

Welche Übungen beugen Stürzen vor?

Kraft- und Gleichgewichtstraining zwei- bis dreimal pro Woche: Aufstehen vom Stuhl ohne Hände, Einbeinstand mit Festhalten, Fersen-Zehen-Gang, Tai-Chi. Studien zeigen 20–30 % weniger Stürze. Physiotherapie mit Sturzprophylaxe-Programm ist per Rezept möglich.

Wie hilft eine Betreuungskraft bei Sturzgefahr?

Sie ist da – vor allem nachts, wenn die meisten Stürze passieren. Sie begleitet zur Toilette, unterstützt beim Aufstehen, übt mit, achtet auf Schuhe und Beleuchtung und bemerkt, wenn Schwindel oder Schwäche zunehmen. Kein Notrufsystem ersetzt eine anwesende Person.

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