Worum handelt es sich bei der Pflegestufe?

Es gibt viele Menschen, die bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben eine pflegende Unterstützung benötigen. Dies kann nicht nur die Gesundheitspflege, sondern unter anderem auch die Haushaltshilfe betreffen. Welche Leistungen die Betroffenen diesbezüglich erhalten, hängt von der Pflegestufe ab. Diese werden in die Stufen 1, 2 und 3 als auch in die Pflegestufe 0 unterteilt. Wie hoch der Pflegebedarf einer Person ist und in welche Pflegestufe dieser demzufolge eingestuft wird, legt der Gutachter vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) fest.

Beachten Sie, dass die Pflegestufen seit 2017 durch die Pflegegrade abgelöst wurden. Alle Informationen diesbezüglich erhalten Sie hier.

Einteilung in die Pflegestufe

Zur Einteilung in die Pflegestufe spielten maßgeblich folgende Aspekte eine Rolle:

Pflegestufe

Hilfsbedarf pro Tag

Enthaltene Grundpflege pro Tag

Enthaltene Haushaltshilfe

Pflegestufe 1

90 Minuten

Mehr als 45 Minuten

Mehrfach wöchentlich

Pflegestufe 2

3 Stunden

Mindestens 2 Stunden, und zwar dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten

Mehrfach wöchentlich

Pflegestufe 3

5 Stunden

Mindestens 4 Stunden, 24 Stunden am Tag

Mehrfach wöchentlich

Die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1

Folgende Voraussetzungen müssen für die Pflegestufe 1 erfüllt sein:

  • Der Pflegebedürftige benötigt täglich mindestens zwei Verrichtungen in der Grundpflege. Hierbei kann es sich um die Bereiche Mobilität, Ernährung oder Körperpflege handeln.
  • Er benötigt mehrfach pro Woche Hilfe bei der Erledigung der Hauswirtschaft
  • Innerhalb einer Woche muss der tägliche Pflegeaufwand bei mindestens 90 Minuten pro Tag liegen
  • Mindestens 45 Minuten täglich müssen hierbei der Grundpflege zugerechnet werden

In der Pflegestufe 1 werden ein Pflegegeld in Höhe von 244 Euro je Monat oder Pflegesachleistungen von bis zu 468 Euro pro Monat gezahlt. Wenn ein erheblicher allgemeiner Betreuungsbedarf besteht, liegt das Pflegegeld bei 316 Euro pro Monat und es werden Pflegesachleistungen von bis zu 689 Euro monatlich gezahlt.

Die Voraussetzungen für die Pflegestufe 2

Um in Pflegestufe 2 eingestuft zu werden, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Der Pflegebedürftige benötigt mindestens dreimal täglich zu unterschiedlichen Zeiten Hilfe bei der Grundpflege
  • Er benötigt mehrmals pro Woche Hilfe im Haushalt
  • Pro Tag muss der Zeitaufwand für die Pflege bei mindestens drei Stunden liegen
  • Hierbei müssen zwei Stunden täglich in den Bereich der Grundpflege fallen

In der Pflegestufe 2 erhält der Pflegebedürftige monatlich 458 Euro Pflegegeld sowie bis zu 1.144 Euro Pflegesachleistungen. Bei einem erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf liegt das Pflegegeld bei 545 Euro und die Pflegesachleistungen belaufen sich auf maximal 1.298 Euro monatlich.

Die Voraussetzungen für die Pflegestufe 3

Für die Pflegestufe 3 (Schwerstbedürftigkeit) müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Pflegebedürftige benötigt in sämtlichen Teilbereichen (Mobilität, Ernährung, Körperpflege) rund um die Uhr eine Betreuung
  • Mehrfach wöchentlich benötigt er Hilfe im Haushalt
  • Durchschnittlich muss die tägliche Pflege bei mindestens 5 Stunden liegen
  • Davon müssen mindestens 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen
  • Die Pflege kann nicht nur durch einen Pflegedienst, sondern auch durch einen Angehörigen erfolgen

Das monatliche Pflegegeld in Pflegestufe 3 liegt bei 728 Euro und die Pflegesachleistungen betragen monatlich maximal 1.612 Euro. Dieselben Leistungen gibt es auch bei einem erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf.

 

Was bedeutet „Härtefallregelung“?

Von der Härtefallregelung spricht man, wenn ein Pflegebedürftiger in die Pflegestufe 3 eingestuft ist, er jedoch einen besonders intensiven Aufwand der täglichen Pflege benötigt. Die Härtefallsätze fallen entsprechend höher aus. Für einen Härtefall müssen die folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Wenigstens 6 Stunden täglich muss die grundpflegerische Unterstützung notwendig sein
  • Mindestens dreimal davon muss die Pflege in der Nacht notwendig sein, sodass man von einer Rund-um-die-Uhr-Pflege spricht
  • Wenn eine Pflegekraft in der Nacht den anfallenden Aufwand nicht bewältigen kann, tritt ebenfalls die Härtefallregelung ein. In diesem Fall kann eine zusätzliche Pflegekraft notwendig werden.
  • Eine Pflegeperson darf hierbei nicht als professionelle Pflegekraft arbeiten, sondern sollte bestenfalls aus dem privaten Umfeld des Pflegebedürftigen stammen.

Wird der Pflegebedürftige vollstationär behandelt, spricht man von der dauerhaften medizinischen Behandlungspflege. Diese wird ebenfalls in den zeitlichen Aufwand einbezogen.

 

Die Voraussetzungen für die Pflegestufe 0

Patienten, deren Pflegebedarf sehr gering ausfällt, können die Pflegestufe 0 beantragen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie ihren Alltag dennoch nicht eigenständig verrichten können, sodass Hilfe notwendig ist.

Die Pflegestufe 0 findet deshalb häufig bei Demenzerkrankungen oder psychischen Erkrankungen Anwendung.

Das Pflegegeld in der Pflegestufe 0 beträgt monatlich 123 Euro. Es können Pflegesachleistungen von bis zu 231 Euro pro Monat beantragt werden.

 

Pflegestärkungsgesetz 2017 soll Verbesserung für Demenzkranke bringen

Im Jahr 2017 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten, von dem vor allem Demenzkranke profitieren. Sie können von der Pflegekasse nunmehr weitere Leistungen beziehen.

Welche Personen werden als pflegebedürftig eingestuft?

Damit Personen laut Gesetz als pflegebedürftig eingestuft werden, müssen sie mindestens eine der folgenden „Voraussetzungen“ erfüllen:

  • Körperliche Einschränkung
  • Geistige Einschränkung
  • Seelische Krankheit
  • Behinderung im Bereich der Körperpflege
  • Behinderung im Bereich der Ernährung
  • Behinderung im Bereich der Mobilität
  • Behinderung im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung

Sie müssen mindestens über einen Zeitraum von 6 Monaten hinweg hilfsbedürftig sein.

Wie muss die Pflegestufe beantragt werden:

Im Jahr 2017 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten, von dem vor allem Demenzkranke profitieren. Sie können von der Pflegekasse nunmehr weitere Leistungen beziehen.

Welche Personen werden als pflegebedürftig eingestuft?

Mit einem entsprechenden Formular müssen Sie die Pflegestufe bei der jeweiligen Krankenkasse beantragen. Durch die Krankenkasse wird ein Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Er stellt fest, in welchem Maße eine Hilfsbedürftigkeit vorliegt. Anhand des Gutachtens legt die Pflegekasse fest, in welche Pflegestufe der Betroffene eingestuft wird. Am besten führen Sie ein Pflegetagebuch, welches Sie als Nachweis über die Pflegebedürftigkeit einreichen können.

Sollten Sie der Meinung sein, dass die Einstufung in eine andere Pflegestufe notwendig wäre, haben Sie die Gelegenheit, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen. Am besten vergleichen Sie hier das Gutachten des MDK (welches Sie anfordern können) mit den eigenen Aufzeichnungen im Pflegetagebuch.

In der Regel wird der Gutachter des MDK nun einen erneuten Besuch ankündigen und ggf. zu einem anderen Ergebnis kommen.

Bessere Leistungen durch die Pflegegrade

Seit Januar 2017 wurden die Leistungen für Pflegebedürftige durch die Einführung der 5 Pflegegrade erheblich verbessert. Der Vorteil der neuen Pflegegrade besteht darin, dass bei der Begutachtung nicht der zeitliche Aufwand der Pflege im Vordergrund steht, sondern insbesondere körperliche oder geistige Faktoren.

Von den bisher drei Pflegestufen wurde nunmehr auf die 5 Pflegegrade umgestellt, und zwar folgendermaßen:

Pflegegrad (neu)

Pflegestufe (alt)

Pflegegrad 1

Neu seit Januar 2017

Pflegegrad 2

Pflegestufe 0 und Pflegestufe 1

Pflegegrad 3

Pflegestufe 1 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 2

Pflegegrad 4

Pflegestufe 2 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 3

Pflegegrad 5

Pflegestufe 3 sowie eingeschränkte Alltagskompetenz und Pflegestufe 3 mit Härtefall

Worum handelt es sich beim Pflegegeld?

Wenn ein Pflegebedürftiger von einem Angehörigen und nicht von einem Pflegedienst zuhause gepflegt wird, steht ihm das Pflegegeld zu. Dies ist auch der Fall, wenn die Pflege durch einen ehrenamtlichen Pfleger übernommen wird. Was der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld macht, ist seine Entscheidung. Jedoch sollte es genutzt werden, um dem Pflegenden eine Anerkennung für die Arbeit zukommen zu lassen. Da es sich beim Pflegegeld nicht um Einkommen handelt, ist eine Versteuerung nicht notwendig.

Worum handelt es sich bei Pflegesachleistungen?

Wird der Pflegebedürftige durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt, erhält er hierfür die Pflegesachleistungen.

Es ist möglich, dass Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert werden, wobei man von den sogenannten Kombinationsleistungen spricht. Diese werden beispielsweise gezahlt, wenn ein Teil der Pflege durch einen Angehörigen und ein anderer Teil durch einen Pflegedienst geleistet wird. Die Anteile setzen sich entsprechend der Vorschriften der einzelnen Pflegestufen zusammen.

Gem. § 45b SGB XI können zusätzliche Betreuungsleistungen beantragt werden.

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