Die Ausgangsfrage

Warum es die deutsche Live-in-Pflegekraft kaum gibt

Die Rechnung ist einfach und ernüchternd. Eine Pflegefachkraft in Deutschland verdient rund 3.800 bis 4.500 € brutto im Monat — für 38,5 Wochenstunden. Anwesenheit rund um die Uhr mit gesetzlichen Ruhezeiten braucht drei bis vier Personen im Schichtsystem. Mit Arbeitgeberanteilen landet eine Familie bei 12.000 bis 15.000 € im Monat. Dazu kommt: Der Arbeitsmarkt ist leer. Deutsche Pflegekräfte fehlen in Kliniken und Heimen zu Zehntausenden; kaum jemand zieht für Wochen in einen fremden Haushalt.

Deshalb hat sich in Deutschland — wie in Österreich, Italien und der Schweiz — das Modell der Betreuungskraft aus Osteuropa etabliert: Sie wohnt im Haus, arbeitet in Rotation und wird über ihren Arbeitgeber im Heimatland legal nach Deutschland entsendet. Schätzungen gehen von 300.000 bis 600.000 solcher Kräfte in deutschen Haushalten aus.

Vier Modelle im Vergleich

Betreuungskraft aus Osteuropa (Live-in)Deutsche Kräfte im SchichtdienstDeutscher ambulanter PflegedienstDeutsche Haushaltshilfe / Alltagsbegleiter
Anwesenheitrund um die Uhr im Hausrund um die Uhr, wechselnde Personen20–60 Min. je Einsatz, 1–3× täglichstundenweise, meist 2–10 Std./Woche
Kosten/Monat bruttoBeispiel 3.015 €12.000–15.000 €1.500–3.000 €300–1.200 €
KassenleistungPflegegeld, VPG, Entlastungsbetrag, § 35aPflegegeld, VPG, § 35aSachleistung 796–2.299 €Entlastungsbetrag 131 €, ggf. 40 % Sachleistung
Verfügbarkeit7–14 Tagepraktisch nichtregional Wartelistenregional unterschiedlich
QualifikationBetreuungskraft mit Praxis, GrundpflegeFachkraftFachkraft, Behandlungspflegeungelernt bis Kurs
SpracheGrund- bis gute Kenntnisse, individuellMutterspracheMutterspracheMuttersprache
NachtsBereitschaft im HausNachtschichtnur Nachtdienst gegen Aufpreisnein
Behandlungspflegenein — Pflegedienst nötigjajanein

Qualifikation: Was „Pflegekraft“ hier wirklich heißt

Ehrlich gesagt ist der Begriff „Pflegekraft aus Polen“ unscharf. Die meisten Betreuungskräfte sind keine examinierten Pflegefachkräfte. Sie sind Frauen (seltener Männer) zwischen 40 und 60 mit Jahren an Praxis in deutschen Haushalten, häufig mit Pflegekursen, manchmal mit Ausbildung als Krankenschwester in Polen, die in Deutschland nicht anerkannt ist. Sie können: Grundpflege, Mobilisierung, Inkontinenzversorgung, Essen anreichen, Demenzbetreuung, Haushalt. Sie dürfen nicht: Spritzen, Wunden versorgen, Medikamente stellen, Katheter wechseln.

Das ist kein Mangel des Modells, sondern seine Arbeitsteilung: Die Betreuungskraft übernimmt die 23 Stunden, in denen niemand sonst da wäre; der deutsche Pflegedienst übernimmt die 20 Minuten Fachpflege am Morgen — bezahlt von der Krankenkasse bei ärztlicher Verordnung oder aus der Sachleistung. Wer beides kombiniert, hat zu Hause eine Versorgung, die dem Heim in vielen Punkten überlegen ist. Mehr zur Auswahl und den Sprachstufen: Pflegekräfte aus Polen.

Sprache: der ehrliche Punkt

Hier liegt der echte Vorteil deutscher Kräfte — und der reale Nachteil des Live-in-Modells. Wer viel spricht, gern diskutiert, Vorlesen möchte, wird mit Grundkenntnissen nicht glücklich. Für diese Familien suchen wir gezielt Betreuungskräfte mit guten Deutschkenntnissen; die sind seltener und der Monatspreis liegt höher, das sagen wir vorab. Bei Demenz, bei sehr hohem Pflegebedarf oder bei Menschen, die vor allem Sicherheit und Zuwendung brauchen, tritt die Sprache in den Hintergrund. Eine ruhige, erfahrene Betreuungskraft mit einfachem Deutsch ist dann besser als eine unerfahrene mit perfektem.

Wann welches Modell?

Betreuungskraft aus Osteuropa

  • Jemand muss ständig da sein: Demenz, Sturzrisiko, Alleinleben
  • Grundpflege, Haushalt und Gesellschaft stehen im Vordergrund
  • Das Heim soll vermieden werden, ein Zimmer ist frei
  • Budget: 1.300–2.300 € Eigenanteil sind tragbar

Deutscher Pflegedienst (allein)

  • Pflegebedürftiger ist tagsüber und nachts sicher allein
  • Bedarf ist medizinisch: Wunden, Medikamente, Insulin
  • Angehörige übernehmen den Rest selbst
  • Sachleistung soll voll ausgeschöpft werden

Deutsche Haushaltshilfe / Alltagsbegleiter

  • Pflegegrad 1–2, vor allem Entlastung im Haushalt
  • Ein paar Stunden pro Woche reichen
  • Finanzierung aus dem Entlastungsbetrag
  • Gesprächspartner in Muttersprache ist wichtig

Kombination (unsere Empfehlung ab PG 3)

  • Betreuungskraft im Haus für Anwesenheit, Grundpflege, Haushalt
  • Pflegedienst morgens für Behandlungspflege
  • Tagespflege 1–2× pro Woche für Abwechslung und freie Zeit
  • Alltagsbegleiter aus dem Entlastungsbetrag für Gespräche

Was die Kombination kostet und welche Kassenleistungen sich stapeln lassen: 24-Stunden-Pflege Kosten, Pflegeleistungen 2026. Wie eine Betreuungskraft in Ihren Haushalt kommt: Pflegekraft für zuhause, 24-Stunden-Betreuung.

Über uns

Ein Familienbetrieb
aus Osnabrück.
Seit 2009.

Wir sind ein kleines, inhabergeführtes Team. Kein Franchise, kein Callcenter — bei jedem Anruf hebt jemand ab, der Sie kennt.

Seit 2009 · über 4.000 Vermittlungen

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Wir vermitteln seit über 17 Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause — legal, verlässlich und mit persönlicher Begleitung durch unser ganzes Team.

André Hehemann, Geschäftsführer

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Bogumiła Majzner, Kundenbetreuung

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FAQ

Häufige Fragen.

Gibt es deutsche Pflegekräfte für die 24-Stunden-Pflege zu Hause?

Praktisch nicht. Eine Kraft, die im Haushalt wohnt, müsste bei deutschem Gehalt und deutschem Arbeitsrecht im Schichtsystem mit drei bis vier Personen ersetzt werden – das kostet ab 12.000 € im Monat. Deutsche Pflegefachkräfte arbeiten fast ausschließlich in Kliniken, Heimen und ambulanten Diensten.

Sind osteuropäische Betreuungskräfte ausgebildete Pflegekräfte?

Meist nicht im Sinne einer dreijährigen Ausbildung. Sie sind Betreuungskräfte mit Erfahrung in Grundpflege, Haushalt und Betreuung, oft mit Kursen und langjähriger Praxis. Für Behandlungspflege (Spritzen, Wunden) bleibt der deutsche Pflegedienst zuständig – und zwar bei jedem Modell.

Ist eine polnische Pflegekraft schlechter als eine deutsche?

Nein, sie leistet etwas anderes: Anwesenheit, Grundpflege, Haushalt, Gesellschaft – rund um die Uhr im Haus. Der deutsche Pflegedienst leistet Fachpflege in kurzen Einsätzen. Die beste Versorgung zu Hause kombiniert beides.

Was kostet der Unterschied?

Betreuungskraft aus Osteuropa: Beispielpreis 3.015 €/Monat, nach Kassenleistungen 1.605–2.248 € Eigenanteil. Deutsche Kräfte im Schichtdienst: 12.000–15.000 €. Deutscher Pflegedienst dreimal täglich: 1.500–3.000 €, Sachleistung deckt je nach Pflegegrad einen Teil – aber niemand ist nachts oder zwischen den Einsätzen da.

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