Vorweg

Warum wir die Nachteile selbst aufschreiben

Wir vermitteln 24-Stunden-Betreuung seit 2009 — und wir haben mehr als einmal Familien abgeraten. Eine Betreuung, die nach vier Wochen scheitert, ist für alle Beteiligten schlimmer als eine ehrliche Absage am Telefon. Die folgenden sieben Punkte sind die, an denen es in der Praxis hakt. Bei jedem steht dazu, was sich abfedern lässt und was nicht.

1. Eine fremde Person lebt in Ihrem Zuhause

Das ist der Nachteil, den Familien am meisten unterschätzen. Die Betreuungskraft ist da — beim Frühstück, abends im Wohnzimmer, am Wochenende. Für den Pflegebedürftigen bedeutet das Sicherheit, aber auch: kein Alleinsein mehr, ein anderer Rhythmus, andere Kochgewohnheiten. Für mitwohnende Ehepartner ist das oft schwieriger als für den Pflegebedürftigen selbst.

Was hilft: ein eigenes, abschließbares Zimmer für die Betreuungskraft (Rückzug für beide Seiten), klare Absprachen zu Mahlzeiten und Fernsehzeiten in der ersten Woche, und die Bereitschaft, die ersten 14 Tage als Eingewöhnung zu sehen. Was nicht hilft: es „einfach zu probieren“, wenn der Pflegebedürftige eine fremde Person im Haus grundsätzlich ablehnt. Dann ist ein anderes Modell ehrlicher.

2. Die Deutschkenntnisse sind oft einfach

Die meisten Betreuungskräfte kommen aus Polen und sprechen Deutsch auf Grundniveau: Alltag, Pflege, einfache Gespräche — ja. Politische Diskussionen, Vorlesen ohne Akzent, Telefonate mit der Krankenkasse — selten. Für jemanden, der vor allem Gesellschaft und Gespräch sucht, kann das enttäuschen. Bei Demenz ist Sprache dagegen oft zweitrangig; Ruhe, Geduld und Routine zählen mehr.

Betreuungskräfte mit guten Deutschkenntnissen gibt es, sie sind seltener und teurer. Was das für den Preis bedeutet und wie die Sprachstufen eingeschätzt werden, erklären wir auf der Seite Pflegekräfte aus Polen. Wichtig: Vor der Anreise mit der Kandidatin telefonieren — dann gibt es keine Überraschung.

3. Die Betreuungskraft wechselt alle zwei bis drei Monate

Entsendete Betreuungskräfte arbeiten in Rotation: 6 bis 8 Wochen, manchmal bis zu 3 Monate in Deutschland, dann Heimatzeit, während eine zweite Kraft übernimmt. Das ist arbeitsrechtlich richtig und menschlich verständlich — aber jeder Wechsel bedeutet Eingewöhnung. Bei Demenz kann ein neues Gesicht für einige Tage Unruhe auslösen.

Abfedern lässt sich das mit festen Tandems (zwei Kräfte, die sich abwechseln und die Familie beide kennen), einer schriftlichen Übergabe mit Tagesablauf und Vorlieben und einem Überschneidungstag, an dem beide da sind. Ganz vermeiden lässt es sich nicht. Wer eine einzige Bezugsperson über Jahre möchte, findet das eher im Arbeitgebermodell — mit deutlich mehr Aufwand und Kosten.

4. Keine medizinische Behandlungspflege

Spritzen, Wundversorgung, Medikamente stellen, Katheter, Verbände: Das darf eine Betreuungskraft nicht. Sie erinnert an Medikamente, sie begleitet zum Arzt, sie ruft an, wenn etwas nicht stimmt — aber Behandlungspflege bleibt beim ambulanten Pflegedienst. Für Familien, die „alles aus einer Hand“ erwarten, ist das ein echter Nachteil. In der Praxis funktioniert die Kombination gut: Der Pflegedienst kommt morgens für 20 Minuten, die Betreuungskraft übernimmt den Rest des Tages. Die Kosten des Pflegedienstes trägt bei ärztlicher Verordnung die Krankenkasse.

5. Es bleibt ein Eigenanteil — und er ist nicht klein

Werbung mit „ab 1.200 €“ verschweigt meist, dass das der Betrag nach Pflegegeld, Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag und Steuer ist. Ehrlich gerechnet: Bei einem Beispielpreis von 3.015 € im Monat bleiben je nach Pflegegrad 1.605 bis 2.248 € Eigenanteil, mit der Steuerermäßigung nach § 35a effektiv ab ca. 1.272 €. Dazu kommen Kost und Logis der Betreuungskraft, etwa 150 bis 200 € monatlich. Das ist deutlich günstiger als ein Pflegeheim (dort 2.400 bis 4.500 € Eigenanteil), aber es ist kein Betrag, der „von der Kasse übernommen“ wird.

Die vollständige Rechnung mit allen Posten steht unter 24-Stunden-Pflege Kosten; den Betrag für Ihren Pflegegrad zeigt der Eigenanteil-Rechner.

6. Grenzen bei sehr hohem Pflegebedarf

Eine Betreuungskraft ist eine Person. Wer nachts alle zwei Stunden umgelagert werden muss, wer zu zweit transferiert werden muss oder wer ständige medizinische Überwachung braucht, ist mit einer einzelnen Kraft nicht sicher versorgt — egal, was der Anbieter verspricht. Bei Pflegegrad 5 mit schwerer Immobilität prüfen wir deshalb immer, ob eine Kombination aus Betreuungskraft, Pflegedienst und Hilfsmitteln (Pflegebett, Lifter) trägt oder ob es eine zweite Kraft braucht. Manchmal lautet die ehrliche Antwort: Das Heim oder die Intensivpflege ist hier der sicherere Ort.

7. Ein Zimmer muss frei sein

Die Betreuungskraft braucht ein eigenes Zimmer mit Bett, Schrank, Fenster und Internetzugang. In einer Zwei-Zimmer-Wohnung geht das nicht, auf dem Sofa auch nicht. Familien, die dafür ein Arbeitszimmer räumen oder das ehemalige Kinderzimmer freimachen, berichten meist, dass das die kleinste Hürde war — aber sie ist eine Voraussetzung, keine Option. Alles, was sonst noch vorbereitet sein muss: Voraussetzungen für die 24-Stunden-Pflege.

Wann das Modell trotzdem die richtige Wahl ist

Passt gut

  • Pflegegrad 2 bis 4, Grundpflege und Haushalt stehen im Vordergrund
  • Demenz mit Orientierungsbedarf und Sicherheitsrisiko, aber ruhige Nächte
  • Alleinlebende Senioren, deren Kinder weit weg wohnen
  • Ehepaare, bei denen ein Partner den anderen nicht mehr allein versorgen kann
  • Familien, die ein Heim ablehnen und ein freies Zimmer haben

Passt nicht

  • Beatmung, Trachealkanüle, ständige medizinische Überwachung
  • Nächtliche Weglauftendenz ohne zweite Absicherung
  • Zwei-Personen-Transfers ohne Hilfsmittel und Pflegedienst
  • Kein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft
  • Strikte Ablehnung einer fremden Person im Haus

Ob Ihre Situation passt, klären wir in einem Gespräch von 20 Minuten — und sagen es auch, wenn nicht. Kontakt, Leitfaden 24-Stunden-Pflege, So arbeitet unsere Vermittlung.

Über uns

Ein Familienbetrieb
aus Osnabrück.
Seit 2009.

Wir sind ein kleines, inhabergeführtes Team. Kein Franchise, kein Callcenter — bei jedem Anruf hebt jemand ab, der Sie kennt.

Seit 2009 · über 4.000 Vermittlungen

Zuhause bleiben.
Liebevoll begleitet.

Wir vermitteln seit über 17 Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause — legal, verlässlich und mit persönlicher Begleitung durch unser ganzes Team.

André Hehemann, Geschäftsführer

André Hehemann

Geschäftsführung
0541 939334 90
Oskar Majzner, Geschäftsführer

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Gründer
0541 939334 90
Bogumiła Majzner, Kundenbetreuung

Bogumiła Majzner

Kundenbetreuung
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Kerstin Land, Kundenberatung

Kerstin Land

Kundenbetreuung
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Katarzyna Pawelczyk, Kundenbetreuung

Katarzyna Pawelczyk

Kundenbetreuung
0541 939334 92
FAQ

Häufige Fragen.

Was sind die größten Nachteile der 24-Stunden-Pflege?

Eine fremde Person lebt im Haushalt, die Deutschkenntnisse sind oft einfach, die Betreuungskraft wechselt alle zwei bis drei Monate, medizinische Behandlungspflege ist nicht enthalten, und der Eigenanteil liegt trotz Kassenleistungen meist bei 1.600 bis 2.300 € im Monat. Dazu braucht der Haushalt ein freies Zimmer.

Ist 24-Stunden-Pflege wirklich rund um die Uhr?

Nein. Die Betreuungskraft wohnt im Haus, arbeitet aber im Rahmen des deutschen Arbeitsrechts – in der Regel um die 40 Stunden pro Woche plus Bereitschaft nach Vereinbarung. Wer nachts stündlich Hilfe braucht, benötigt eine zusätzliche Lösung oder eine zweite Kraft.

Für wen ist 24-Stunden-Pflege nicht geeignet?

Bei ständigem medizinischen Überwachungsbedarf (Beatmung, Trachealkanüle, instabile Situation), bei schwerer Demenz mit nächtlicher Weglauftendenz ohne zweite Absicherung, bei fehlendem eigenen Zimmer oder wenn der Pflegebedürftige eine fremde Person im Haus strikt ablehnt.

Wie vermeidet man die typischen Probleme?

Ehrliche Bedarfsanalyse vor dem Start, Telefonat mit der Betreuungskraft vor der Anreise, klare Aufgabenliste, ein eigenes Zimmer mit Internet, Behandlungspflege über den ambulanten Dienst organisieren und einen Anbieter mit fester Ansprechperson und Ersatz bei Ausfall wählen.

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