Kurz erklärt

Was Palliativpflege zu Hause bedeutet

Palliativpflege beginnt, wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist — sondern Lebensqualität, Schmerzfreiheit und Würde. Zu Hause gelingt das, wenn drei Ebenen zusammenspielen: medizinische Symptomkontrolle durch Palliativarzt oder SAPV-Team, psychosoziale Begleitung durch Hospizdienst und Seelsorge, und die tägliche Pflege und Anwesenheit — durch Angehörige, ambulanten Dienst und, wenn die Kräfte nicht reichen, eine Betreuungskraft im Haushalt.

Die gute Nachricht: Die medizinische und hospizliche Seite ist in Deutschland gut ausgebaut und wird vollständig von der Krankenkasse bezahlt. Die Lücke ist fast immer die Anwesenheit rund um die Uhr — und genau die lässt sich schließen.

Wer hilft — und wer zahlt

HilfeWas sie leistetKosten
AAPV — allgemeine ambulante PalliativversorgungHausarzt mit Palliativ-Qualifikation und ambulanter Pflegedienst; Schmerztherapie, SymptomkontrolleKrankenkasse
SAPV — spezialisierte ambulante Palliativversorgung (§ 37b SGB V)Palliativteam aus Ärzten und Pflegefachkräften, 24-h-Rufbereitschaft, Hausbesuche, KriseninterventionKrankenkasse, auf Verordnung
Ambulanter HospizdienstEhrenamtliche Sterbebegleitung, Entlastung der Angehörigen, Trauerbegleitungkostenlos
Ambulanter PflegedienstBehandlungspflege: Schmerzpumpe, Injektionen, Port, WundenKrankenkasse (§ 37 SGB V)
Betreuungskraft im HaushaltGrundpflege, Lagerung, Mundpflege, Nachtanwesenheit, Haushalt, Entlastung der FamiliePflegekasse anteilig (Pflegegeld, Verhinderungspflege, Entlastungsbetrag) + Eigenanteil
Stationäres Hospizwenn zu Hause nicht mehr möglich; Aufnahme mit ärztlicher BescheinigungKranken- und Pflegekasse, ohne Eigenanteil

In fünf Schritten organisiert

1

Palliativarzt oder SAPV verordnen lassen

Der Hausarzt oder das Krankenhaus stellt die Verordnung (Muster 63). Das SAPV-Team meldet sich meist innerhalb von 24–48 Stunden.

2

Pflegegrad im Eilverfahren

Antrag mit dem Hinweis „palliative Situation“: Entscheidung binnen einer Woche. Meist wird Pflegegrad 4 oder 5 anerkannt — mit Pflegegeld bis 990 € und dem vollen Verhinderungspflege-Budget.

3

Hilfsmittel besorgen

Pflegebett, Antidekubitusmatratze, Toilettenstuhl, Sauerstoff, Absauggerät — per Rezept über das Sanitätshaus, oft innerhalb von 24 Stunden geliefert.

4

Anwesenheit sichern

Wer ist nachts da? Wer kann lagern, waschen, den Mund befeuchten? Wenn Angehörige das nicht allein schaffen: Betreuungskraft im Haushalt, bei Diadema auch für kurze Einsätze ab 10 Tagen.

5

Vorsorge und Wünsche klären

Patientenverfügung und Vollmacht griffbereit, Notfallplan mit dem SAPV-Team: Wen rufen wir an, was passiert nicht (keine Reanimation, keine Klinikeinweisung), wo liegen die Medikamente.

Was eine Betreuungskraft in der Palliativphase leistet

Sterbebegleitung ist kein Pflegeplan, sondern Anwesenheit. Eine Betreuungskraft, die im Haus wohnt, nimmt der Familie die Aufgaben ab, die Kraft kosten, und lässt ihr die Aufgaben, die zählen: da sein, reden, schweigen, Abschied nehmen.

  • Lagerung alle zwei bis drei Stunden, Hautpflege, Mundpflege bei Mundtrockenheit
  • Kleine Mahlzeiten und Getränke anbieten, ohne zu drängen
  • Nachtanwesenheit: Unruhe, Atemnot, Angst — jemand ist da und ruft bei Bedarf das SAPV-Team
  • Haushalt, Wäsche, Einkauf — damit die Familie nicht auch das noch tragen muss
  • Ruhe und Kontinuität: dieselbe Person, Tag für Tag

Was die Betreuungskraft nicht tut: Medikamente dosieren, Schmerzpumpen bedienen, Injektionen setzen. Das bleibt beim SAPV-Team und dem Pflegedienst — beide arbeiten mit der Betreuungskraft Hand in Hand. Viele unserer Kräfte haben Sterbende begleitet; sagen Sie uns, worauf es Ihnen ankommt, und wir wählen entsprechend aus.

Für Angehörige

  • Hospizdienst früh anrufen — nicht erst in den letzten Tagen; die Begleitung ist auch für Sie da
  • Schlafen, wenn jemand anders da ist — Erschöpfung macht die letzten Wochen schwerer als nötig
  • Fragen stellen: Das SAPV-Team erklärt, was in den letzten Tagen körperlich passiert, damit es nicht erschreckt
  • Trauerbegleitung annehmen — Hospizdienste bieten sie nach dem Tod weiter an

Kosten im Überblick

Medizin, SAPV, Hospizdienst, Behandlungspflege: 0 € Eigenanteil. Betreuungskraft im Haushalt bei Diadema: 3.015 €/Monat (Beispielpreis), bei Pflegegrad 4–5 nach Kassenleistungen 1.605–1.795 € Eigenanteil, mit Steuer ab ca. 1.272 €; kurze Einsätze ab 10 Tagen tageweise über die Verhinderungspflege. Alle Zahlen: Kosten.

Über uns

Ein Familienbetrieb
aus Osnabrück.
Seit 2009.

Wir sind ein kleines, inhabergeführtes Team. Kein Franchise, kein Callcenter — bei jedem Anruf hebt jemand ab, der Sie kennt.

Seit 2009 · über 4.000 Vermittlungen

Zuhause bleiben.
Liebevoll begleitet.

Wir vermitteln seit über 17 Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause — legal, verlässlich und mit persönlicher Begleitung durch unser ganzes Team.

André Hehemann, Geschäftsführer

André Hehemann

Geschäftsführung
0541 939334 90
Oskar Majzner, Geschäftsführer

Oskar Majzner

Gründer
0541 939334 90
Bogumiła Majzner, Kundenbetreuung

Bogumiła Majzner

Kundenbetreuung
0541 939334 95
Kerstin Land, Kundenberatung

Kerstin Land

Kundenbetreuung
0541 939334 91
Katarzyna Pawelczyk, Kundenbetreuung

Katarzyna Pawelczyk

Kundenbetreuung
0541 939334 92
FAQ

Häufige Fragen.

Was kostet Palliativpflege zu Hause?

SAPV, Palliativarzt, ambulanter Hospizdienst und Behandlungspflege zahlt die Krankenkasse vollständig. Grundpflege und Anwesenheit rund um die Uhr sind Sache der Familie – über Pflegegeld, Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag finanzierbar. Eine Betreuungskraft im Haushalt kostet bei Diadema 3.015 €/Monat, tageweise auch kürzer.

Wie schnell bekommt man einen Pflegegrad in der Palliativsituation?

Bei einem Antrag mit Hinweis auf die palliative Situation muss die Pflegekasse innerhalb einer Woche entscheiden; die Begutachtung erfolgt nach Aktenlage oder sehr kurzfristig. Wird die Frist überschritten, zahlt die Kasse 70 € pro angefangener Woche Verzug.

Was ist der Unterschied zwischen SAPV und Hospiz?

SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) ist ein ärztlich-pflegerisches Team, das zu Ihnen nach Hause kommt, 24 Stunden erreichbar ist und Schmerzen und Symptome behandelt. Ein stationäres Hospiz ist ein Ort zum Sterben mit Fachpersonal; der ambulante Hospizdienst begleitet ehrenamtlich zu Hause.

Kann eine Betreuungskraft aus Osteuropa Sterbende begleiten?

Ja – viele unserer Betreuungskräfte haben diese Erfahrung. Sie übernehmen Grundpflege, Lagerung, Mundpflege, Anwesenheit in der Nacht und entlasten die Familie, damit diese Zeit zum Abschiednehmen bleibt. Die medizinische Symptomkontrolle bleibt beim SAPV-Team.

Fragen zur Pflege zu Hause? Wir beraten kostenlos.

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