Das Wichtigste in Kürze
- Bettlägerigkeit zu Hause funktioniert mit klarer Arbeitsteilung: Betreuungskraft, Pflegedienst, Angehörige.
- Die Nacht entscheidet: Eine Kraft hat Ruhezeiten und kann nicht jede Nacht mehrfach aufstehen.
- Pflegebett und Matratze sind Pflicht — die Kassen zahlen.
- Kosten bei Diadema: bei Pflegegrad 4 ca. 1.789 €, bei Pflegegrad 5 ca. 1.599 € Eigenanteil im Monat.
Wer macht was?
| Aufgabe | Betreuungskraft | Pflegedienst | Angehörige |
|---|---|---|---|
| Waschen, Anziehen, Inkontinenzversorgung | ja | auf Wunsch | — |
| Lagern und Mobilisieren am Tag | ja, nach Anleitung | Anleitung, Kontrolle | — |
| Essen und Trinken anreichen | ja | — | — |
| Haut beobachten, Veränderungen melden | ja | bewertet | — |
| Wunden, Injektionen, Katheter, Sonde | nein | ja (Krankenkasse) | — |
| Medikamente stellen und geben | nur erinnern | ja | — |
| Freie Zeit der Kraft abdecken, Arzttermine, Anträge | — | — | ja |
Eine Kraft, Pflegedienst dazu oder zwei Kräfte?
Eine Betreuungskraft arbeitet rund 40 Stunden in der Woche und braucht nachts Ruhe. Gelegentliches Aufstehen ist möglich, regelmäßige Einsätze alle paar Stunden nicht. Notieren Sie vor der Entscheidung zwei Wochen lang, wann nachts Hilfe nötig ist — das hilft auch bei der Pflegegrad-Begutachtung.
Nachts selten Hilfe
Eine Betreuungskraft plus Pflegedienst für die Behandlungspflege. Die häufigste Lösung.
Nachts ein bis zwei Einsätze
Matratze mit Wechseldruck oder Mikrostimulation prüfen; Pflegedienst für eine späte und eine frühe Runde.
Nachts ständig
Zweite Person oder Nachtwache — deutlich teurer. Hier ist ein Pflegeheim ehrlich zu prüfen.
Druckgeschwüre vorbeugen
Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe setzt nicht auf starre Lagerungsintervalle, sondern auf individuelle Bewegungsförderung, regelmäßige Hautkontrolle und passende Hilfsmittel. Bewährt sind Lagerungen in 30-Grad-Seitenlage, druckentlastende Kissen und die tägliche Kontrolle von Steiß, Fersen und Hinterkopf. Eine gerötete Stelle, die beim Fingerdruck nicht kurz weiß wird, gehört sofort zum Pflegedienst oder zur Ärztin. Die Betreuungskraft wird vom Pflegedienst eingewiesen; Behandlung ist nicht ihre Aufgabe.
Ausstattung und Anträge
| Hilfsmittel | Wer zahlt | Hinweis |
|---|---|---|
| Pflegebett | Pflege- oder Krankenkasse | formloser Antrag; meist Leihgabe; Zuzahlung höchstens 10 bzw. 25 € |
| Antidekubitus-/Wechseldruckmatratze | Krankenkasse | eigenes Rezept; Stromkosten können erstattet werden |
| Bettschutzeinlagen, Handschuhe, Desinfektion | Pflegekasse | bis 42 € im Monat |
| Lifter, Rutschbrett, Lagerungskissen | Kranken- oder Pflegekasse | nach Verordnung bzw. Empfehlung einer Pflegefachkraft |
| Umbau (Türen, Bad) | Pflegekasse | bis 4.180 € je Maßnahme |
Die Pflegekasse muss über Hilfsmittel-Anträge binnen drei Wochen entscheiden, mit Gutachten binnen fünf Wochen. Planen Sie neben dem Bett an einer Längsseite genug freien Platz zum Arbeiten ein. Mehr: Pflegehilfsmittel: Was die Kasse zahlt.
Kosten und Eigenanteil
Bei Bettlägerigkeit liegen meist Pflegegrad 4 oder 5 vor. Mit unserem Beispielpreis von 3.015 € bleiben nach Pflegegeld, Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag ca. 1.789 € (PG 4) bzw. 1.599 € (PG 5) im Monat, mit Steuerermäßigung ca. 1.456 € bzw. 1.266 €. Der Pflegedienst für die Behandlungspflege wird über die Krankenkasse abgerechnet und kürzt das Pflegegeld nicht. Kost & Logis für die Betreuungskraft kommen hinzu. Alle Rechenwege.
Passt eine Betreuungskraft? Fünf Fragen
- Wie oft wird nachts Hilfe gebraucht — selten, ein- bis zweimal oder ständig?
- Welche Behandlungspflege ist nötig, und ist ein Pflegedienst vor Ort?
- Gehen Transfers mit einer Person und Hilfsmitteln, oder nur zu zweit?
- Gibt es ein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft?
- Können Angehörige die freie Zeit der Kraft abdecken?
Sprechen Sie mit uns, bevor Sie entscheiden. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob eine Betreuungskraft in Ihrer Situation reicht — und wenn nicht, was die Alternative ist: Pflegeheim oder 24-Stunden-Pflege? Eine Einschätzung durch eine Pflegefachkraft oder den Pflegestützpunkt ersetzt diese Seite nicht.
Quellen: DNQP, Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (2. Aktualisierung 2017); § 40 SGB XI; § 33 SGB V; Informationen von AOK, Barmer und DAK zu Pflegebetten. Stand: 28.10.2026.
Ein Familienbetrieb
aus Osnabrück.
Seit 2009.
Wir sind ein kleines, inhabergeführtes Team. Kein Franchise, kein Callcenter — bei jedem Anruf hebt jemand ab, der Sie kennt.
Zuhause bleiben.
Liebevoll begleitet.
Wir vermitteln seit über 17 Jahren qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa für die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause — legal, verlässlich und mit persönlicher Begleitung durch unser ganzes Team.
In 2 Minuten zum Angebot: Passt eine Betreuungskraft?
Häufige Fragen.
Reicht eine Betreuungskraft bei Bettlägerigkeit?
Oft ja – wenn nachts nur selten Hilfe nötig ist, ein Pflegebett mit passender Matratze da ist und ein Pflegedienst die Behandlungspflege übernimmt. Muss nachts regelmäßig mehrmals umgelagert werden, reicht eine einzelne Kraft mit ihren Ruhezeiten nicht. Dann braucht es zusätzlich einen Pflegedienst, eine Nachtwache oder eine zweite Person.
Wie oft muss ein bettlägeriger Mensch umgelagert werden?
Ein festes Intervall wie „alle zwei Stunden“ gilt fachlich als überholt. Der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe empfiehlt, die Bewegung individuell zu fördern und die Haut regelmäßig zu prüfen. Wie oft gelagert werden muss, legt eine Pflegefachkraft fest – oft lassen sich die Abstände mit einer geeigneten Matratze verlängern.
Darf die Betreuungskraft Wunden versorgen oder Spritzen geben?
Nein. Wundversorgung, Injektionen, Katheter- und Sondenpflege sind Behandlungspflege. Sie übernimmt ein zugelassener Pflegedienst auf ärztliche Verordnung; die Krankenkasse zahlt.
Wer zahlt Pflegebett und Antidekubitusmatratze?
Das Pflegebett zahlt bei Pflegegrad die Pflegekasse oder die Krankenkasse, meist als Leihgabe; die Zuzahlung liegt je nach Kasse bei höchstens 10 bzw. 25 €. Eine Wechseldruck- oder Antidekubitusmatratze braucht in der Regel ein eigenes Rezept. Verbrauchsmaterial wie Bettschutzeinlagen zahlt die Pflegekasse bis 42 € im Monat.
Welcher Pflegegrad ist bei Bettlägerigkeit wahrscheinlich?
Häufig Pflegegrad 4 oder 5, weil Mobilität und Selbstversorgung stark eingeschränkt sind. Entscheidend ist die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst.
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