Betreuungskraft legt einer Seniorin die Hand auf die Schulter

Bei Pflege durch Angehörige zahlt die Pflegekasse 2026 monatlich 800 Euro Pflegegeld, für einen Pflegedienst bis zu 1.859 Euro. Hier erfahren Sie, welche Leistungen Ihnen zustehen, wie viel Zeit die Pflege wirklich kostet, was ein Heimplatz kostet und wie Pflege zu Hause trotzdem gelingen kann.

Das Wichtigste in 4 Punkten

  • Punkte: Pflegegrad 4 gilt ab 70 bis unter 90 Punkten in der Begutachtung (§ 15 SGB XI).
  • Geld 2026: 800 € Pflegegeld oder bis zu 1.859 € Pflegesachleistung im Monat, dazu 131 € Entlastungsbetrag und 3.539 € im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
  • Heim: Die Pflegekasse zahlt 1.855 € im Monat. Trotzdem bleiben im ersten Jahr im Schnitt 3.364 € Eigenanteil.
  • Zu Hause: Bei Pflegegrad 4 ist fast immer jemand mehrmals am Tag und oft auch nachts gefordert. Viele Familien kombinieren deshalb Angehörige, Pflegedienst und eine Betreuungskraft im Haushalt.

Was bedeutet Pflegegrad 4?

Pflegegrad 4 ist der zweithöchste der fünf Pflegegrade. Die Pflegekasse vergibt ihn, wenn ein Mensch seinen Alltag nur noch zu einem kleinen Teil selbst bewältigen kann. Gemeint ist nicht eine bestimmte Krankheit, sondern das Ergebnis: Wie selbständig sind Waschen, Anziehen, Essen, Aufstehen, Orientierung und der Umgang mit der eigenen Erkrankung noch?

Typische Situationen bei Pflegegrad 4 sind etwa ein schwerer Schlaganfall mit Halbseitenlähmung, eine fortgeschrittene Demenz, Parkinson in einem späten Stadium oder die Zeit nach einem Oberschenkelhalsbruch, wenn die Mobilität nicht mehr zurückkommt. Entscheidend ist immer, wie viel Hilfe im Alltag nötig ist, nicht die Diagnose.

Einfach erklärt

Bei Pflegegrad 4 braucht Ihr Angehöriger bei fast allem Hilfe: beim Aufstehen, im Bad, beim Anziehen, oft auch beim Essen und beim Toilettengang. Allein lassen kann man ihn meist nur noch kurz. Nur bei Pflegegrad 5 ist der Hilfebedarf noch größer.

Pflegegrad 4: Voraussetzungen und Punkte

Um Pflegegrad 4 zu erhalten, braucht es einen Antrag bei der Pflegekasse und eine Begutachtung. Die Gutachterin oder der Gutachter des Medizinischen Dienstes bewertet sechs Lebensbereiche, die sogenannten Module. Daraus entsteht ein Gesamtwert zwischen 0 und 100 Punkten. Pflegegrad 4 gilt ab 70 bis unter 90 Punkten.1

Weitere Voraussetzungen: Die Pflegebedürftigkeit muss voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen.2 Außerdem müssen Sie in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre in der Pflegeversicherung versichert gewesen sein, Familienversicherung zählt mit.3

Die 6 Module und ihre Gewichtung

In jedem Modul wird bewertet, wie stark die Selbständigkeit beeinträchtigt ist. Daraus ergeben sich je Modul gewichtete Punkte. Die Module zählen unterschiedlich stark:1

ModulWas geprüft wird (Beispiele)Anteil am GesamtwertHöchstwert gewichtet
1 MobilitätAufstehen, Umsetzen, Gehen in der Wohnung, Treppensteigen10 %10 Punkte
2 Kognitive und kommunikative FähigkeitenPersonen erkennen, Orientierung, Gespräche verstehen, Entscheidungen treffen15 % (Modul 2 und 3 zusammen, nur der höhere Wert zählt)15 Punkte
3 Verhaltensweisen und psychische Problemlagennächtliche Unruhe, Weglaufen, Abwehr bei der Pflege, Ängste
4 SelbstversorgungWaschen, Anziehen, Essen und Trinken, Toilettengang40 %40 Punkte
5 Umgang mit krankheitsbedingten AnforderungenMedikamente, Verbände, Arztbesuche, Therapien20 %20 Punkte
6 Gestaltung des Alltagslebens und sozialer KontakteTagesablauf planen, sich beschäftigen, Kontakte pflegen15 %15 Punkte

Die Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent am stärksten. Wer im Bad, beim Anziehen und beim Essen kaum noch etwas allein schafft, kommt deshalb schnell in einen hohen Pflegegrad. Bei Demenz ist es oft andersherum: Die Mobilität ist noch gut, aber Modul 2 oder 3 und die Alltagsgestaltung schlagen voll aus.

Punkte aller Pflegegrade im Vergleich

PflegegradGesamtpunkteBeeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 112,5 bis unter 27gering
Pflegegrad 227 bis unter 47,5erheblich
Pflegegrad 347,5 bis unter 70schwer
Pflegegrad 470 bis unter 90schwerst
Pflegegrad 590 bis 100schwerst, mit besonderen Anforderungen an die Pflege

Stand November 2026: Alle Beträge und Punktwerte auf dieser Seite gelten 2026. Die Bundesregierung plant mit dem Pflegeneuordnungsgesetz Änderungen ab 2027. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen. Wir aktualisieren diese Seite, sobald der Bundestag entschieden hat.

Quelle: § 15 Abs. 3 SGB XI.1

Wer begutachtet?

Bei gesetzlich Versicherten kommt der Medizinische Dienst (MD), meist zu einem Hausbesuch. Privat Versicherte werden von MEDICPROOF begutachtet. Die Kriterien sind dieselben.

Pflegegrad 4: Wie viel Geld gibt es 2026?

Bei Pflegegrad 4 gibt es 800 Euro Pflegegeld im Monat, wenn die Pflege zu Hause privat organisiert ist, etwa durch Angehörige. Kommt ein ambulanter Pflegedienst, zahlt die Kasse stattdessen bis zu 1.859 Euro Pflegesachleistung. Dazu kommen weitere Leistungen, die Sie zusätzlich nutzen können. Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 und sind 2026 unverändert.4

LeistungBetrag bei Pflegegrad 4 (2026)Rechtsgrundlage
Pflegegeld (Pflege durch Angehörige oder andere private Helfer)800 € im Monat§ 37 SGB XI
Pflegesachleistung (ambulanter Pflegedienst)bis 1.859 € im Monat§ 36 SGB XI
Kombinationsleistunganteilig Pflegegeld + Sachleistung§ 38 SGB XI
Entlastungsbetragbis 131 € im Monat§ 45b SGB XI
Umwandlung von Sachleistung für Alltagshilfenbis 40 % der Sachleistung (743,60 €)§ 45a Abs. 4 SGB XI
Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (Gemeinsamer Jahresbetrag)bis 3.539 € im Jahr, je bis zu 8 Wochen§§ 39, 42, 42a SGB XI
Tages- und Nachtpflegebis 1.685 € im Monat, zusätzlich§ 41 SGB XI
Pflegehilfsmittel zum Verbrauchbis 42 € im Monat§ 40 Abs. 2 SGB XI
Technische Pflegehilfsmittel (z. B. Pflegebett)Kosten werden übernommen, Zuzahlung 10 %, höchstens 25 € je Hilfsmittel§ 40 Abs. 3 SGB XI
HausnotrufZuschuss bis 27 € im Monat5§ 40 SGB XI
Wohnumfeldverbesserung (Umbau)bis 4.180 € je Maßnahme§ 40 Abs. 4 SGB XI
Digitale Pflegeanwendungen (DiPA)bis 40 € + 30 € für Unterstützung im Monat§§ 39a, 40b SGB XI
Wohngruppenzuschlag (ambulant betreute WG)224 € im Monat§ 38a SGB XI
Vollstationäre Pflege im Heim1.855 € im Monat + Leistungszuschlag§§ 43, 43c SGB XI
Rentenbeiträge für pflegende Angehörigeja, bei mind. 10 Std. Pflege pro Woche§ 44 SGB XI

Beihilfeberechtigte erhalten die Leistungen der Pflegekasse in der Regel zur Hälfte, den Rest trägt die Beihilfe.

Pflegegeld bei Pflegegrad 4

Das Pflegegeld von 800 Euro im Monat wird an die pflegebedürftige Person überwiesen.4 Sie kann frei entscheiden, wofür sie es verwendet, etwa als Anerkennung für die pflegende Tochter oder als Beitrag zu den Kosten einer Betreuung im Haushalt. Voraussetzung ist, dass die Pflege zu Hause gesichert ist.

Wer nur Pflegegeld bezieht, muss einmal im Halbjahr einen Beratungsbesuch abrufen, zum Beispiel durch einen Pflegedienst oder einen Pflegestützpunkt. Bei Pflegegrad 4 können Sie diesen Besuch auch vierteljährlich in Anspruch nehmen, Pflicht ist das aber nicht.6 Jeder zweite Besuch darf bis Ende März 2027 auch per Video stattfinden.

Wichtig

Wird der Beratungsbesuch nicht abgerufen, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen und im Wiederholungsfall ganz streichen.6 Tragen Sie sich den Termin am besten gleich nach dem Bescheid in den Kalender ein.

Pflegesachleistung und Kombinationsleistung

Kommt ein zugelassener ambulanter Pflegedienst ins Haus, rechnet er direkt mit der Pflegekasse ab, bis zu 1.859 Euro im Monat.4 Wird dieser Betrag nicht ausgeschöpft, bekommen Sie den Rest anteilig als Pflegegeld. Das nennt sich Kombinationsleistung.7

Rechenbeispiel Kombinationsleistung · fiktive Werte

Der Pflegedienst kommt morgens zum Waschen und rechnet im Monat 929,50 € ab. Das sind 50 % der Sachleistung von 1.859 €.
Die übrigen 50 % gibt es als Pflegegeld: 50 % von 800 € = 400 €.
An die Aufteilung sind Sie in der Regel sechs Monate gebunden.7

Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch

Zusätzlich stehen Ihnen bis zu 131 Euro im Monat Entlastungsbetrag zu, im Jahr also bis zu 1.572 Euro.8 Das Geld wird nicht ausgezahlt. Sie können damit anerkannte Angebote bezahlen, etwa eine Alltagsbegleitung, Hilfe im Haushalt, Tagespflege oder Kurzzeitpflege. Was nicht verbraucht wird, sammelt sich an. Der Rest eines Jahres kann noch bis zum 30. Juni des Folgejahres genutzt werden.8

Wer den Pflegedienst nicht voll nutzt, kann außerdem bis zu 40 Prozent der Sachleistung, bei Pflegegrad 4 also bis zu 743,60 Euro im Monat, für solche Alltagshilfen umwidmen.9 Das Pflegegeld verringert sich dann entsprechend.

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege

Für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege gibt es seit dem 1. Juli 2025 einen Gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro.10 Sie entscheiden selbst, wie Sie ihn aufteilen.

  • Verhinderungspflege: Wenn die pflegende Person Urlaub braucht, krank ist oder einfach einmal ein paar Stunden frei haben möchte, zahlt die Kasse eine Vertretung, bis zu acht Wochen im Jahr. Eine Vorpflegezeit ist nicht mehr nötig. Springen nahe Angehörige ein, ist die Erstattung in der Regel auf das Zweifache des Pflegegelds begrenzt (1.600 €), plus nachgewiesene Kosten wie Fahrtkosten.11
  • Kurzzeitpflege: ein vorübergehender Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt, bis zu acht Wochen im Jahr.10

Während der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege wird die Hälfte des Pflegegelds weitergezahlt.12 Mehr dazu auf unserer Seite zur Verhinderungspflege.

Tages- und Nachtpflege

Für den Besuch einer Tagespflege (oder einer Nachtpflege) zahlt die Kasse bei Pflegegrad 4 bis zu 1.685 Euro im Monat.13 Dieser Betrag kommt zusätzlich zu Pflegegeld oder Sachleistung und wird nicht damit verrechnet. Für viele Familien ist das der günstigste Weg, um tagsüber ein paar Stunden Luft zu bekommen. Fahrtkosten zur Tagespflege sind in der Regel enthalten, Verpflegung und Investitionskosten zahlen Sie selbst.

Hilfsmittel, Hausnotruf, Wohnungsumbau

  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch wie Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen oder Desinfektionsmittel: bis zu 42 € im Monat.14
  • Technische Hilfsmittel wie Pflegebett, Lifter oder Rollator: Die Kasse übernimmt die Kosten oder leiht das Gerät aus. Ihre Zuzahlung beträgt 10 Prozent, höchstens 25 € je Hilfsmittel.14
  • Hausnotruf: Die Pflegekasse bezuschusst einen Hausnotruf mit bis zu 27 € im Monat.5
  • Wohnungsumbau: Für eine bodengleiche Dusche, einen Treppenlift oder breitere Türen gibt es bis zu 4.180 € je Maßnahme. Wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, bis zu 16.720 €.14 Wichtig: Den Antrag vor dem Umbau stellen.

Was im Jahr zusammenkommt

Beispielrechnung · fiktive Werte: Pflege zu Hause durch die Tochter

Leistungim Jahr
Pflegegeld 12 × 800 €9.600 €
Entlastungsbetrag 12 × 131 €1.572 €
Gemeinsamer Jahresbetrag Verhinderungs- und Kurzzeitpflege3.539 €
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 12 × 42 €504 €
Summe15.215 €

Mit Tagespflege an mehreren Tagen pro Woche können bis zu 20.220 € im Jahr dazukommen. Ein Wohnungsumbau mit bis zu 4.180 € ist einmalig je Maßnahme. Die Beträge stehen Ihnen nur zu, wenn Sie sie beantragen bzw. die Rechnungen einreichen.

Tochter und Mutter am Küchentisch mit dem Bescheid der Pflegekasse
Pflegegrad 4

Zu Hause bleiben mit Pflegegrad 4

Pflegegrad 4 und Sie wollen, dass Ihre Mutter oder Ihr Vater zu Hause bleiben kann? Wir rechnen mit Ihnen durch, wie die Leistungen der Pflegekasse und eine Betreuungskraft zusammenpassen. Kostenlos und unverbindlich.

Wie viele Stunden Pflege bei Pflegegrad 4?

Eine feste Stundenzahl gibt es für Pflegegrad 4 nicht. Seit 2017 misst die Begutachtung nicht mehr Minuten, sondern wie selbständig jemand noch ist.1 Früher war das anders: Für die alte Pflegestufe III, aus der viele heutige Pflegegrad-4-Fälle stammen, mussten im Schnitt mindestens fünf Stunden Hilfe am Tag nachgewiesen werden, davon vier Stunden Grundpflege.

In der Praxis ist der Zeitaufwand bei Pflegegrad 4 hoch. Die folgende Tabelle zeigt einen typischen Tag. Die Werte sind Erfahrungswerte zur Orientierung, kein Maßstab der Pflegekasse.

Zeitaufwand-Tabelle: ein typischer Tag bei Pflegegrad 4 · Orientierungswerte

TätigkeitWie oft am TagZeit pro Tag (ca.)
Aufstehen, Umsetzen in Rollstuhl oder Sessel, Zubettgehen3–5 ×30–45 Min.
Waschen, Duschen, Zahnpflege, Hautpflege1–2 ×40–60 Min.
An- und Auskleiden2 ×20–30 Min.
Toilettengang, Inkontinenzversorgung5–8 ×45–75 Min.
Essen anreichen oder begleiten, Trinken erinnern4–5 ×60–90 Min.
Medikamente richten (lassen), Erinnern, Blutzucker o. Ä.2–4 ×15–30 Min.
Lagern, Bewegungsübungenmehrmals20–40 Min.
Beaufsichtigung, Orientierung geben, Beschäftigungüber den Tag60–180 Min.
Einkauf, Kochen, Wäsche, Putzentäglich90–120 Min.
Summe tagsüberca. 6 bis 10 Stunden
Nachts: Toilettengang, Umlagern, Unruhe1–3 ×unterbrochener Schlaf

Was die Tabelle nicht zeigt: Bei Pflegegrad 4 lässt sich die Pflege kaum in feste Blöcke legen. Hilfe wird dann gebraucht, wenn sie gebraucht wird, auch nachts. Ein Pflegedienst kommt zu festen Zeiten, meist 20 bis 60 Minuten. Die übrigen Stunden müssen Angehörige oder andere Helfer abdecken. Genau hier stoßen viele Familien nach einigen Monaten an ihre Grenzen.

Gut zu wissen

Wer als Angehöriger mindestens 10 Stunden pro Woche pflegt, verteilt auf mindestens zwei Tage, und daneben höchstens 30 Stunden erwerbstätig ist, bekommt von der Pflegekasse Rentenbeiträge.15 Bei Pflegegrad 4 ist diese Schwelle fast immer erreicht. Führen Sie dafür ein Pflegetagebuch.

Fallbeispiele Pflegegrad 4

Die beiden Beispiele sind erfunden, aber typisch für die Fälle, die wir in der Beratung erleben. Sie zeigen, wie unterschiedlich der Weg zu Pflegegrad 4 sein kann. Die Punkte je Modul sind gewichtet, so wie sie im Gutachten stehen.

Fallbeispiel 1 · fiktiv: Herr K., 81, nach einem Schlaganfall
Herr K. ist seit einem Schlaganfall rechtsseitig gelähmt. In der Wohnung bewegt er sich nur im Rollstuhl, beim Umsetzen braucht er Hilfe. Waschen, Anziehen und den Toilettengang schafft er nicht mehr allein, das Essen muss klein geschnitten werden. Er ist geistig klar, findet aber oft nicht die richtigen Worte. Seine Medikamente nimmt er mehrmals täglich, dazu kommen Physiotherapie und Logopädie. Seinen Tag kann er nur mit Unterstützung planen.

Fallbeispiel 2 · fiktiv: Frau M., 86, mit fortgeschrittener Demenz
Frau M. kann noch mit dem Rollator gehen, stürzt aber immer wieder. Sie erkennt ihre Enkel nicht mehr sicher, verwechselt Tag und Nacht und will abends „nach Hause“, obwohl sie zu Hause ist. Beim Waschen wehrt sie sich manchmal. Ans Essen und Trinken muss man sie erinnern und sie dabei begleiten. Mit Medikamenten kommt sie nicht mehr allein zurecht. Ohne Anleitung sitzt sie den ganzen Tag im Sessel.

Modul (Höchstwert)Herr K.Frau M.
1 Mobilität (10)7,5 – schwer5 – erheblich
2/3 Kognition oder Verhalten, höherer Wert (15)15 – schwerst (Verhalten/Kommunikation)15 – schwerst
4 Selbstversorgung (40)30 – schwer30 – schwer
5 Krankheitsbedingte Anforderungen (20)10 – erheblich5 – gering
6 Alltag und soziale Kontakte (15)11,25 – schwer15 – schwerst
Gesamt73,75 Punkte → Pflegegrad 470 Punkte → Pflegegrad 4

Das zweite Beispiel zeigt etwas, das viele unterschätzen: Auch wer noch gehen kann, kann Pflegegrad 4 bekommen, wenn Orientierung und Alltagsgestaltung stark eingeschränkt sind. Bei Frau M. fehlten nur wenige Punkte bis Pflegegrad 3. Deshalb lohnt es sich, vor der Begutachtung ein Pflegetagebuch zu führen und schwierige Situationen, gerade nachts, konkret zu notieren. Mehr zur Betreuung bei Demenz finden Sie auf unserer Seite Demenz.

Pflegegrad 4 im Pflegeheim: Heimkosten 2026

Im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 4 einen festen Betrag von 1.855 Euro im Monat für die Pflege.16 Das reicht aber nicht für die gesamten Heimkosten. Sie tragen selbst:

  • den Eigenanteil an der Pflege (einrichtungseinheitlicher Eigenanteil, EEE, inklusive Ausbildungsumlage). Er ist im Heim für alle Bewohner mit Pflegegrad 2 bis 5 gleich hoch. Ein höherer Pflegegrad macht den Heimplatz für Sie also nicht teurer.
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionskosten

Damit der Eigenanteil nicht ausufert, zahlt die Kasse zusätzlich einen Leistungszuschlag auf den Pflegeanteil, der mit der Wohndauer steigt: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und 75 Prozent ab dem vierten Jahr.17 Seit dem 1. Juli 2026 berechnet die Pflegekasse den Zuschlag selbst auf Grundlage der Angaben des Heims.17

Heimkosten bei Pflegegrad 4 im Bundesdurchschnitt (Stand 1. Juli 2026)18

1. Jahr2. Jahr3. Jahrab 4. Jahr
Eigenanteil Pflege (EEE) vor Zuschlag2.088 €2.088 €2.088 €2.088 €
minus Leistungszuschlag−313 € (15 %)−626 € (30 %)−1.044 € (50 %)−1.566 € (75 %)
Unterkunft und Verpflegung1.068 €1.068 €1.068 €1.068 €
Investitionskosten521 €521 €521 €521 €
Ihr Eigenanteil im Monat3.364 €3.051 €2.633 €2.111 €

Zusätzlich zahlt die Pflegekasse 1.855 € direkt an das Heim. Die Gesamtkosten eines Heimplatzes liegen damit im Schnitt bei rund 5.500 € im Monat. Je nach Bundesland unterscheidet sich der Eigenanteil im ersten Jahr stark: von 2.891 € in Sachsen-Anhalt bis 3.761 € in Bremen.18 Das einzelne Heim kann noch deutlich darüber oder darunter liegen.

Reichen Rente und Ersparnisse nicht, springt das Sozialamt mit der Hilfe zur Pflege ein.19 Kinder werden zum Unterhalt für ihre Eltern erst herangezogen, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 Euro liegt.20

Pflegegrad 4 zu Hause: wann eine Betreuungskraft sinnvoll ist

Viele Menschen mit Pflegegrad 4 möchten nicht ins Heim, und viele Familien wollen das auch nicht. Zu Hause gelingt die Pflege bei diesem Hilfebedarf aber nur, wenn die Last auf mehrere Schultern verteilt ist. Aus über 4.000 Vermittlungen seit 2009 kennen wir drei typische Wege:

  1. Angehörige + Pflegedienst: Der Pflegedienst übernimmt die Grundpflege am Morgen und die Behandlungspflege, den Rest leisten Angehörige. Das funktioniert, solange jemand im Haus oder ganz in der Nähe wohnt und die Nächte ruhig sind.
  2. Angehörige + Tagespflege: Der pflegebedürftige Mensch verbringt zwei bis fünf Tage pro Woche in der Tagespflege. Die Kasse zahlt das zusätzlich. Abends, nachts und am Wochenende bleibt die Pflege bei der Familie.
  3. Betreuungskraft im Haushalt: Eine Betreuungskraft wohnt mit im Haus, hilft bei der Grundpflege, im Haushalt und im Tagesablauf und ist da, wenn etwas ist. Für die medizinische Behandlungspflege, etwa Spritzen oder Wundversorgung, kommt weiterhin ein Pflegedienst. Diese Lösung wählen Familien meist dann, wenn niemand vor Ort ist, die Nächte unruhig werden oder die pflegende Angehörige selbst nicht mehr kann.

Die Betreuungskraft arbeitet nicht rund um die Uhr. Sie hat feste Arbeits- und Ruhezeiten, braucht ein eigenes Zimmer und wird nach einigen Wochen von einer zweiten Kraft abgelöst. Wie das Modell funktioniert und was rechtlich dahintersteht, erklären wir auf unserer Seite zur 24-Stunden-Pflege.

Was kostet das im Vergleich zum Heim? Das hängt vom Einzelfall ab. Als Beispiel: Bei einem Beispielpreis von 3.015 Euro im Monat (Betreuungskraft mit Grundkenntnissen Deutsch) bleiben nach Pflegegeld, anteiliger Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag rund 1.789 Euro Eigenanteil, zuzüglich Kost und Logis. Das ist weniger als der durchschnittliche Eigenanteil von 3.364 Euro im ersten Heimjahr. Die vollständige Rechnung mit allen Posten und Steuervorteilen finden Sie in unserer Kostenrechnung für Pflegegrad 4.

PflegeheimBetreuungskraft zu Hause
Eigenanteil im Monat (Beispiel)Ø 3.364 € im 1. Jahrca. 1.789 € + Kost und Logis (Beispielpreis)
Pflegekasse zahlt1.855 € an das Heim + Zuschlag800 € Pflegegeld (oder Sachleistung für den Pflegedienst) + weitere Leistungen
Umgebungneues Zimmer, neue Abläufeeigene Wohnung, eigener Rhythmus
BetreuungPersonal für viele Bewohnereine Betreuungskraft für einen Haushalt
Behandlungspflegedurch das Heimdurch einen ambulanten Pflegedienst

5,0 von 5 bei Google · Familienbetrieb aus Osnabrück seit 2009 · über 4.000 Vermittlungen

Ehrlich gesagt

Eine Betreuungskraft ist keine Krankenpflegekraft. Ist rund um die Uhr medizinische Versorgung nötig, etwa bei Beatmung, ist ein Intensivpflegedienst oder eine spezialisierte Einrichtung die bessere Wahl. Wir sagen Ihnen offen, wenn wir nicht die richtige Lösung sind.

Was pflegende Angehörige bei Pflegegrad 4 bekommen

Wer einen Menschen mit Pflegegrad 4 pflegt, hat selbst Ansprüche:

  • Rentenbeiträge: Die Pflegekasse zahlt Beiträge zur Rentenversicherung, wenn Sie mindestens 10 Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen pflegen und höchstens 30 Stunden pro Woche erwerbstätig sind.15 Wie hoch die Beiträge ausfallen, hängt vom Pflegegrad und von der Leistungsart ab (Pflegegeld, Kombination oder Sachleistung). Bei Pflegegrad 4 sind sie deutlich höher als bei Pflegegrad 2 oder 3.
  • Pflege-Pauschbetrag: In der Steuererklärung können Sie bei Pflegegrad 4 einen Pauschbetrag von 1.800 Euro im Jahr ansetzen, wenn Sie unentgeltlich und persönlich pflegen.21
  • Steuerermäßigung für Pflege- und Betreuungsleistungen: 20 Prozent der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Pflege, höchstens 4.000 Euro im Jahr, mindern direkt die Steuer.22 Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Zahlung per Überweisung.
  • Pflegeunterstützungsgeld und Pflegezeit: Bei einer akuten Pflegesituation können Berufstätige bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr freinehmen und erhalten dafür Pflegeunterstützungsgeld.23
  • Pflegekurse und Pflegeberatung: kostenlos über die Pflegekasse.

Ein Hinweis zum Schwerbehindertenausweis: Pflegegrad 4 führt nicht automatisch zu einem Grad der Behinderung. Den Ausweis beantragen Sie gesondert beim Versorgungsamt. Und damit Sie im Notfall für Ihren Angehörigen handeln dürfen, sollte eine Vorsorgevollmacht vorliegen.

Pflegestufe 4: Was heißt das heute?

Eine „Pflegestufe 4“ hat es nie gegeben. Bis Ende 2016 gab es die Pflegestufen 0, I, II und III, dazu einen Härtefall. Seit dem 1. Januar 2017 gibt es stattdessen fünf Pflegegrade. Wer nach „Pflegestufe 4“ sucht, meint heute meist Pflegegrad 4.

Bei der Umstellung wurden alle Pflegebedürftigen automatisch übergeleitet, ohne neue Begutachtung.24 Zu Pflegegrad 4 kamen:

Bis 2016Seit 2017
Pflegestufe III (körperliche Einschränkung)Pflegegrad 4
Pflegestufe II mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz)Pflegegrad 4
Pflegestufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder HärtefallPflegegrad 5

Für übergeleitete Pflegebedürftige gilt Bestandsschutz: Die Leistungen dürfen durch die Umstellung nicht sinken.

Merksatz

Pflegestufe III wurde zu Pflegegrad 4. Wer früher eine Pflegestufe hatte und heute mehr Hilfe braucht, kann jederzeit eine Höherstufung beantragen.

Pflegegrad 4 beantragen, Höherstufung und Widerspruch

Antrag: Pflegegrad 4 beantragen Sie bei der Pflegekasse, die zur Krankenkasse gehört. Ein formloser Anruf oder Brief genügt, die Leistungen gelten ab dem Monat des Antrags. Die Kasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden. Schritt für Schritt: Pflegegrad beantragen.

Höherstufung von Pflegegrad 3: Hat sich der Zustand verschlechtert, etwa nach einem Sturz oder Krankenhausaufenthalt, stellen Sie einen Antrag auf Höherstufung. Es folgt eine neue Begutachtung. Mehr dazu auf der Seite Pflegegrad 3.

Höherstufung auf Pflegegrad 5: Ab 90 Punkten oder bei besonderen Anforderungen, etwa bei vollständigem Verlust der Greif- und Gehfunktion beider Arme und Beine, kommt Pflegegrad 5 infrage. Das Pflegegeld steigt dann auf 990 Euro.4 Alles dazu unter Pflegegrad 5.

Widerspruch: Ist der Bescheid zu niedrig, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Tipp aus der Praxis

Nach einem Krankenhausaufenthalt verschlechtert sich der Zustand oft sprunghaft. Stellen Sie den Antrag auf Höherstufung dann sofort, die Leistungen gelten rückwirkend ab Antragsmonat. Wie wir Familien nach der Entlassung unterstützen, lesen Sie unter Betreuung nach dem Krankenhaus.

Wir beraten Sie

Wir beraten Sie zu Pflegegrad 4

Sie haben den Bescheid über Pflegegrad 4 und fragen sich, wie es weitergehen soll? Oder Sie merken, dass die Pflege zu Hause über Ihre Kräfte geht? Rufen Sie uns an. Kerstin Land und das Team in Osnabrück besprechen mit Ihnen, was Ihr Angehöriger braucht, welche Leistungen der Pflegekasse Sie nutzen können und ob eine Betreuungskraft im Haushalt zu Ihrer Familie passt. Die Beratung ist kostenlos, eine Vermittlungsgebühr zahlen Sie nicht.

Beratung durch das Team von Diadema Pflege in Osnabrück

Weiterlesen: Alle Pflegegrade im Überblick · Pflegegrad 3 · Pflegegrad 5 · Pflegegrad-Rechner · Pflegegrad beantragen

Stand: November 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich ist der Bescheid Ihrer Pflegekasse.

Quellen und Rechtsgrundlagen
  1. § 15 SGB XI – Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit
  2. § 14 Abs. 1 SGB XI – Begriff der Pflegebedürftigkeit
  3. § 33 Abs. 2 SGB XI – Vorversicherungszeit
  4. § 37 und § 36 SGB XI; Bundesgesundheitsministerium: Pflege zu Hause (Stand 14.09.2026)
  5. Techniker Krankenkasse: Leistungen bei Pflegegrad 4 (Stand 17.06.2026), Hausnotruf-Zuschuss
  6. § 37 Abs. 3 und 6 SGB XI – Beratungseinsatz; Bundesgesundheitsministerium (Stand 14.09.2026)
  7. § 38 SGB XI – Kombinationsleistung
  8. § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag; Bundesgesundheitsministerium (Stand 14.09.2026)
  9. § 45a Abs. 4 SGB XI – Umwandlungsanspruch; Bundesgesundheitsministerium (Stand 14.09.2026)
  10. § 42a und § 42 SGB XI – Gemeinsamer Jahresbetrag, Kurzzeitpflege (Stand 14.09.2026)
  11. § 39 SGB XI – Verhinderungspflege
  12. § 37 Abs. 2 SGB XI – Pflegegeld während Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
  13. § 41 SGB XI – Tages- und Nachtpflege; Bundesgesundheitsministerium: Teilstationäre Pflege (Stand 15.09.2026)
  14. § 40 SGB XI – Pflegehilfsmittel und Wohnumfeldverbesserung
  15. § 44 SGB XI – Soziale Sicherung der Pflegepersonen
  16. § 43 SGB XI – Vollstationäre Pflege; Bundesgesundheitsministerium (Stand 15.09.2026)
  17. § 43c SGB XI – Leistungszuschlag
  18. vdek: Eigenanteile in der stationären Pflege, Stichtag 1. Juli 2026 (Pressemitteilung vom 14.07.2026); Jahre 2 bis 4 eigene Berechnung
  19. § 61 SGB XII – Hilfe zur Pflege
  20. § 94 Abs. 1a SGB XII – Angehörigen-Entlastungsgesetz
  21. § 33b Abs. 6 EStG – Pflege-Pauschbetrag
  22. § 35a Abs. 2 EStG – Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen
  23. § 44a Abs. 3 SGB XI und § 2 PflegeZG – Pflegeunterstützungsgeld
  24. § 140 Abs. 2 SGB XI – Überleitung der Pflegestufen in Pflegegrade
  25. § 15 Abs. 3 SGB XI a. F. (bis 31.12.2016) – frühere Zeitschwelle der Pflegestufe III
  26. § 18c SGB XI – Frist für die Entscheidung der Pflegekasse
  27. § 84 SGG – Widerspruchsfrist
Über uns

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FAQ

Häufige Fragen.

Wie viel Geld bekommt man bei Pflegegrad 4?

Bei Pflege durch Angehörige zahlt die Pflegekasse 2026 monatlich 800 Euro Pflegegeld. Wer einen ambulanten Pflegedienst nutzt, erhält stattdessen bis zu 1.859 Euro Pflegesachleistung. Dazu kommen 131 Euro Entlastungsbetrag im Monat, bis zu 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, bis zu 1.685 Euro im Monat für Tagespflege und 42 Euro für Pflegehilfsmittel.

Wie hoch ist das Pflegegeld bei Pflegegrad 4?

Das Pflegegeld beträgt bei Pflegegrad 4 seit Januar 2025 monatlich 800 Euro, auch 2026 (§ 37 SGB XI). Es wird an die pflegebedürftige Person gezahlt, die frei darüber verfügt. Wer nur Pflegegeld bezieht, muss einmal im Halbjahr einen Beratungsbesuch abrufen. Wird zusätzlich ein Pflegedienst genutzt, gibt es das Pflegegeld anteilig.

Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 4?

Für Pflegegrad 4 sind 70 bis unter 90 Punkte in der Begutachtung nötig. Die Punkte entstehen aus sechs Modulen, am stärksten zählt mit 40 Prozent die Selbstversorgung, also Waschen, Anziehen, Essen und Toilettengang. Ab 90 Punkten gibt es Pflegegrad 5, unter 70 Punkten Pflegegrad 3.

Was sind die Voraussetzungen für Pflegegrad 4?

Voraussetzung ist eine schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit, die voraussichtlich mindestens sechs Monate besteht und in der Begutachtung 70 bis unter 90 Punkte ergibt. Außerdem müssen Sie in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre pflegeversichert gewesen sein. Eine bestimmte Diagnose ist nicht nötig, es zählt der Hilfebedarf im Alltag.

Wie viele Stunden Pflege sind es bei Pflegegrad 4?

Eine feste Stundenzahl gibt es seit 2017 nicht mehr, die Begutachtung misst die Selbständigkeit. In der Praxis fallen bei Pflegegrad 4 tagsüber oft sechs bis zehn Stunden Hilfe an, verteilt über den ganzen Tag, dazu häufig Einsätze in der Nacht. Früher galten für die vergleichbare Pflegestufe III mindestens fünf Stunden täglich.

Was kostet ein Pflegeheim bei Pflegegrad 4?

Die Pflegekasse zahlt 1.855 Euro im Monat an das Heim. Ihr Eigenanteil lag am 1. Juli 2026 im ersten Jahr im Bundesschnitt bei 3.364 Euro im Monat, ab dem vierten Jahr bei rund 2.111 Euro. Der Eigenanteil ist für alle Pflegegrade im selben Heim gleich hoch, er hängt von Bundesland und Einrichtung ab.

Kann man mit Pflegegrad 4 zu Hause bleiben?

Ja. Viele Menschen mit Pflegegrad 4 werden zu Hause versorgt, oft mit einer Kombination aus Angehörigen, Pflegedienst, Tagespflege oder einer Betreuungskraft, die mit im Haushalt lebt. Wichtig ist, dass der Tag und auch die Nacht abgedeckt sind. Pflegegeld, Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege helfen bei der Finanzierung.

Gibt es eine Pflegestufe 4?

Nein, eine Pflegestufe 4 gab es nie. Bis 2016 gab es die Pflegestufen 0 bis III. Seit 2017 gibt es fünf Pflegegrade. Wer früher Pflegestufe III hatte oder Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz, etwa wegen Demenz, wurde automatisch in Pflegegrad 4 übergeleitet.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 3 und 4?

Pflegegrad 3 gilt bei 47,5 bis unter 70 Punkten und schweren Beeinträchtigungen, Pflegegrad 4 ab 70 Punkten bei schwersten Beeinträchtigungen. Das Pflegegeld steigt von 599 auf 800 Euro, die Sachleistung von 1.497 auf 1.859 Euro. Im Alltag heißt Pflegegrad 4 meist: Hilfe bei fast allem, oft auch nachts.

Wann bekommt man Pflegegrad 5 statt 4?

Pflegegrad 5 gibt es ab 90 Punkten oder bei besonderen Anforderungen an die Pflege, etwa wenn beide Arme und Beine nicht mehr genutzt werden können. Hat sich der Zustand verschlechtert, stellen Sie einen Antrag auf Höherstufung. Das Pflegegeld steigt bei Pflegegrad 5 auf 990 Euro im Monat.

Wie oft muss der Beratungsbesuch bei Pflegegrad 4 sein?

Wer ausschließlich Pflegegeld bezieht, muss einmal im Halbjahr einen Beratungsbesuch abrufen. Bei Pflegegrad 4 und 5 ist auf Wunsch auch ein Besuch pro Quartal möglich. Wird der Besuch versäumt, kann die Pflegekasse das Pflegegeld kürzen. Wer einen Pflegedienst über Sachleistungen nutzt, ist davon befreit.

Welche Steuervorteile gibt es bei Pflegegrad 4?

Pflegende Angehörige können einen Pflege-Pauschbetrag von 1.800 Euro im Jahr geltend machen, wenn sie unentgeltlich und persönlich pflegen. Außerdem mindern 20 Prozent der Kosten für Pflege- und Betreuungsleistungen im Haushalt die Steuer, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Lassen Sie sich im Einzelfall steuerlich beraten.

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Kerstin Land und das Team in Osnabrück helfen beim Pflegegrad, bei den Kassenleistungen und bei der Frage, ob eine Betreuungskraft im Haus passt. Vorab: Häufige Fragen · Unser Team.

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